Ein perfektes Männerwochenende

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Es wird mal wieder Zeit, dass Du und Deine Freunde euch ein paar Tage gemeinsame Auszeit gönnt? Ihr wisst aber noch nicht genau, was ihr gemeinsam unternehmen wollt und möchtet nicht schon wieder ein ganzes Wochenende Angeln gehen? Unser Kollege Martin, ein waschechter Bayer, Naturliebhaber und Adrenalin-Junkie hat uns berichtet, was für ihn ein perfektes Männerwochenende ausmacht. Sieh Dir seine drei Empfehlungen an und lass Dich für dein perfektes Männerwochenende mit Deinen Jungs inspirieren.

 

Mit dem Mountainbike zum Hüttenzauber bei den wahren Isar-Quellen

Über den Ursprung der Isar gehen die Meinungen auseinander: In den amtlichen topografischen Karten ist er bei 47° 22′ 32″ N, 11° 24′ 29″ O auf 1.160 Meter Höhe tief im Karwendelgebirge im Tiroler Hinterautal verortet. Für die Einheimischen liegen die wahren Quellen aber fünf Kilometer weiter hinten und gut 600 Meter höher am Fuß des Großen Lafatschers. Auch mir erscheint letzteres plausibler, aber davon könnt ihr euch selbst ein Bild machen, wenn ihr am Wochenende die Hallerangeralm besucht.

Verwechselt die Hallerangeralm nicht mit dem benachbarten Hallerangerhaus. Das wird vom Deutschen Alpenverein mit entsprechend strengen Sitten betrieben. Da heisst es um 22:00 Uhr Licht aus und Nachtruhe, während auf der Alm die Gaudi erst so richtig losgeht und der Wirt die erste Lage selbstgebrannten Haselnussschnaps verteilt.

Idylle pur im Karwendelgebirge…

Wir parken am Karwendelparkplatz, laden unsere Radl aus und los geht’s Richtung Südosten. Nachdem wir beim Bildstock des hl. Nepomuk die türkisschillernde Isar überquert haben erwartet uns für rund eine halbe Stunde ein moderater Anstieg mit ein paar schweißtreibenden Stellen. Aber danach geht’s gleich über ein paar Serpentinen wieder runter zur Isar. Für gut eine Stunde nun an deren Ufer mit moderater Steigung entlang, hinein ins Herz des Karwendelgebirges. Nach etwa einer dreiviertel Stunde kommen wir zum amtlichen Isarursprung. Hier halten wir uns aber nicht lange auf. Eine kurze Besichtigung zum Auffüllen der Wasserflaschen muss reichen. Denn noch eine Viertelstunde weiter wartet eine bessere Rast auf uns.

Dort stellen wir die Radl am Zaun ab und schlendern ein kurzes Stück über die satte Almwiese zur Kastenalm. Hier geht es ein kurzes Stück zu Fuß zur Kastenalm, in deren Rücken eine riesige Abraumhalde aufragt. Denn die Gegend hier ist nicht nur schön, sondern war auch reich an Silber und Blei. Weshalb die Berge ringsum seit dem Mittelalter durchlöchert wurden, wie der Bergkäse, den der Kastenalmsenner zur Brettljause reicht.

Die letzten Meter zur Hallerangeralm hinauf…

Diese Stärkung ist auch dringend notwendig, weil jetzt erwartet uns für eine dreiviertel Stunde ein brutaler Anstieg hinauf zum „Silbernen Hansl“. Den kann nur fahren, wer entweder ein Tiroler Almbauer mit Viehanhänger im Schlepptau ist oder als Rentner auf einem frisch geladenen Pedelec sitzt. Uns Normalsterblichen aber bleibt nur schieben, falls wir nicht gleich das Radl am Zaun der Kastenalm deponieren.

Schieben empfiehlt sich übrigens auch am nächsten Tag beim Abstieg, wie ich aus eigener schmerzhafter Erfahrung lernen musste. Zweimal habe ich mein Radl wegen rotglühender Scheibenbremsen mit vollen Körpereinsatz in der Böschung abgebremst, bis ich’s endlich kapiert habe.

Sobald wir aber die schwarzen Stollenlöcher hoch über uns in der grauen Kalksteinwand beim silbernen Hansl erblicken ist das Schlimmste geschafft. Nur noch eine kurze halbe Stunde und einen allerletzten Anstieg müssen wir zungenraushängend hinter uns bringen, dann können wir uns endlich auf der Terasse der Hallerangeralm auf eine Bank plumspen lassen. Oben angekommen belohnt euch nicht nur eine frische, kühle Russ’n-Maß, sondern auch der einmalige Blick über das Hinterautal zurück nach Scharnitz.

 

Motorsägenkurs für Sportholzer

Selbstgeschlagenes Brennholz macht dreimal warm: Beim Fällen im Wald, beim Ablängen und Spalten daheim und schlussendlich wenn’s im Kaminofen knistert. Allerdings kann Holzarbeit durchaus eine lebensgefährliche Angelegenheit sein. Du musst nur mal mit offenen Augen durch die Wälder der Bayerischen Alpen joggen. Da stößt du alle Nase lang auf eine Gedenktafel (vulgo Martel), die an eine Holzaktion erinnert, die nicht so gut ausging.

Darum verlangen zumindest alle staatlichen bundesdeutschen Forstämter, aber auch viele private Waldbesitzer einen Sachkundenachweis im Umgang mit der Motorsäge bevor sie Selbstwerber (die amtliche Bezeichnung für Sportholzer) auf ihren Wald los lassen. Wie wäre es also mit einem Motorsägenkurs mit deinen Freunden?

Neben den Forstämtern bieten unter anderem auch Motorsägenhändler oder Baumärkte Kurse zum Erwerb des Motorsägenscheins an. Noch besser ist es, wenn du in einen Kurs deiner örtlichen Feuerwehr reinrutschen kannst. Denn über das absolut notwendige werden dir dann auch spezielle Kenntnisse, wie das Schneiden von Stämmen unter Spannung – etwa nach einem Windwurf – vermittelt.

Darauf solltest Du achten…

Wie dem auch sei, schon im Interesse der eigenen Gesundheit solltest du nicht bloß auf die PEFC-Zertifizierung achten, sondern auch explizit darauf, dass folgende Inhalte behandelt werden:

  • Unfallverhütungsvorschriften nach den Richtlinien der Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft
  • Persönliche Schutzkleidung
  • Sicherheitsausstattung der Motorsäge
  • Vorschriften der LGB (Sicherheitsregeln, Sonderkraftstoffregelung, Gesundheitsschutz)
  • Kette schärfen in Theorie und Praxis
  • Wartung und Pflege der Motorsäge
  • Einfache Schneidübung im Wald
  • Fällungsübung

Nach mehreren Abenden der trockenen, aber durchaus notwendigen Theorie, kommt endlich das abschließende Wochenende mit praktischen Übungen im Wald. Eine eigene Motorsäge ist dabei von Vorteil, aber nicht zwingend notwendig.

Wie Deine Schutzausrüstung aussehen sollte…

Anders steht es jedoch mit deiner persönlichen Schutzausrüstung: Ohne festes Schuhwerk mit Zehenschutz, Schnittschutzhandschuhen und vor allem Schnittschutzhose sowie einem neuen Helm mit Gehörschutz und Splitterschutz-Visier solltest du nicht ausrücken. Ein verantwortungsbewusster Übungsleiter wird dich ohne auch gar nicht mit in den Wald nehmen. Da Waldarbeit in der Regel im Winter stattfindet, weil da am wenigsten Saft in den Stämmen ist, schadet es sicher nicht, sich auch eine Thermoskanne einzupacken – und einen Pullover zum Wechseln. Denn wie gesagt, Holzarbeit ist mitunter schweißtreibend und wer schwitzt, der friert.

Aber alle Mühsal ist schnell vergessen, wenn der letzte Keil von hinten in den Schnitt getrieben ist, das Holz zum knacken beginnt, der Stamm zuerst leicht zittert, sich sanft nach vorne (hoffentlich) neigt und immer schneller werden mit rauschend Zweigen zur Erde donnert und du den Waldboden unter deinen Sohlen zittern fühlst.

Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, wenn dann die erste selbstgefällte 30-Meter-Fichte mit rauschenden Zweigen ganz langsam nachgibt und immer schneller werdend mit rauschenden Zweigen auf den Boden donnert. Dann stützt du dich auf deine Schlagaxt, nimmst den Helm ab, wischt dir den Schweiß von der Stirn, nickst vielleicht noch zufrieden. Bevor du dir dann wieder das Fichtenmoped schnappst und mit dem Entasten und Ablängen beginnst. Denn, wie gesagt: Eigenes Brennholz macht dreimal warm!

Für Adrenalin-Junkies: Rasen auf dem Nürburgring

Einmal in den Rennanzug eines Formel-1-Piloten schlüpfen und die brachiale Gewalt von mehr als 700 PS spüren. Einmal am Steuer eines Ferrari sitzen und zumindest
davon träumen, ihn in die eigene Garage zu stellen. Oder einmal über eine legendäre Rennstrecke wie die Nordschleife des Nürburgrings düsen. Der Nürburgring und seine grüne Hölle sind legendär, aber nicht elitär: Auf der Rennstrecke in der Eifel dürft ihr mittlerweile auch mit euren eigenen Autos auf den Grand-Prix-Kurs, auf dem noch bis 2013 Formel-1-Rennen gefahren wurden, fahren.

Die Strecke hat eine eigene Verkehrsordnung: Rechtsfahrgebot und eine Mindestgeschwindigkeit von 60 Stundenkilometern gehören dazu. Der Rekord für eine Rennrunde durch die grüne Hölle liegt übrigens bei sieben Minuten und sechs Sekunden, aufgestellt 1975 beim vorletzten Formel- 1-Rennen auf der damals 22,8 Kilometer langen Strecke, die Durchschnittsgeschwindigkeit lag also bei rund 193 Stundenkilometern – nur, falls ihr einen Ansporn braucht.

Den Tag in der Eifel ausklingen lassen…

Auch bei der halben Geschwindigkeit ist der „Ring“ fordernd und anstrengend. Bleibt deshalb anschließend am besten in der Eifel, legt eure Füße hoch und genießt den Blick vom Hotel auf die Natur. Wenn ihr nach dem Andrenalinreichen Tag entspannen wollt, kann ich euch das Wellness und Tagungshotel Schloss Burgbrohl empfehlen.

Ich hoffe mein Kollege Martin konnte Dir tolle Empfehlungen für dein nächstes Männerwochenende geben.
Lass uns gerne in den Kommentaren wissen, wie Dein perfektes Männerwochenende aussehen soll.

Eure Gina von daydreams

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"Du kannst deinem Leben nicht mehr Zeit geben, darum gib deiner Zeit mehr Leben." Genau nach diesem Motto lebe ich, Gina, aus dem schönen Südbaden. Egal wohin man geht, auf Reisen gibt es immer Neues zu entdecken: neue Kulturen, neues Essen und neue Landschaften. Und genau das ist es doch, was unser Leben bereichert. Aber auch heimkommen ist immer wieder schön... Natürlich mit einer Menge Geschichten im Gepäck!

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